Gerade Anfang 20, da musste Elger er in den Krieg ziehen, aus dem er schwer verwundet zurückkehrte. Der große Lichtblick während seines Heimaturlaubes: die Hochzeit mit seiner großen Jugendliebe, die bis zum Tod an seiner Seite blieb.
Nachdem er seine Verletzung auskuriert hatte, zog Elger erneut in den Krieg. In Norddeutschland geriet er in englische Gefangenschaft, in der er einem Offizier als Dolmetscher diente. 1945 wurde seine Familie aus dem Sudetenland vertrieben. Mehr als 300 Jahre waren seine Vorfahren dort verwurzelt. Nun hatte Elger hatte keine Heimat mehr. Wo sich seine Angehörigen befanden, wusste er nicht. Auf der Suche bekam er Hilfe von höherer Stelle.
"Er hatte das Glück, dass er einen guten Draht zu dem Offizier hatte", sagt Ruth Krafft. Der Offizier ließ ihn Transporte, die nach Bayern fuhren, begleiten, so dass Elger Aushänge in allen Städten machten konnte. Mit Erfolg. Er entdeckte seine Familie in Regensburg und zog nach Memmingen. Dort machte er sich Namen als Unternehmer: Elger baute er in Familientradition eine Tuchfabrik auf.
Der idyllische Ort in Schwaben bot ihm auch die Möglichkeit, sein liebstes Hobby auszuüben. "Mein Vater war begeisterter Jäger und Heger", erinnert sich Ruth Krafft. Er habe sich auch um die Tiere gekümmert und sie gepflegt. Die Natur nahm in Elgers Leben einen wichtigen Platz ein: So oft es ging fuhr er in die Berge.
Weil Elger sein Augenlichtes in den vergangenen Jahren verlor und seine Gebrechlichkeit zunahm, zog er vor acht Jahren nach Gauting, wo Ruth Krafft und seine zweite Tochter Christine Wenninger leben. Bis zu seinem Tod haben die Frauen ihren Vater, der inzwischen sechsfacher Großvater und vierfacher Urgroßvater war, gepflegt. Jetzt macht sie die große Lücke, die er hinterlassen hat, nachdenklich. Ruth Krafft: "Er hat nie seine Werte verleugnet und ist nie dem Zeitgeist hinterhergelaufen."